Cohaerentische  Geometrie (auch Cohaerentic-Geometrie)

Was ist cohaerentische Geometrie (auch Cohaerentic-Geometrie)
Grundgedanke und Zielbegriff 
Der Begriff "Cohaerentisch" ist zur Abgrenzung eingeführt. Er grenzt vor allem gegenüber der euklidischen Geometrie ab.
Was grenzt sich ab, was ist anders?
Scheitert cohaerentische Geometrie, die anschaulich nachvollziehbare geometrische Zusammenhänge und auch unendliche Prozesse betrachtet, an der euklidischen Beschränkung auf endlich viele Schritte? Euklids ELEMENTE lehren kein Denken zu endlosen Konstruktionen, denn es habe keine Berechtigung, da unendliche Konstruktionen nur bloße Näherungen liefern, nichts exakt in endlichen Schritten Darstellbares. 
Cohaerentische Geometrie hat nicht die Erwartung der euklidischen Geometrie, daß eine darstellbare Zahl das Ergebnis sein soll, sondern daß ein darstellbarer nachvollziehbarer Weg geometrischer Zusammenhänge das Ergebnis sei, wofür Zahlen nicht benötigt werden. Cohaerentische Geomerie ist daher kein Scheitern an den euklidischen Beschränkungen auf endliche Schritte. Sie erkennt, 
diese eukidische Beschränkungen ist  nur ein Teil der natürliche Realität und nicht der Weisheit letzter Schluß. Cohaerentische Geomerie überwindet diese beschränkende euklidische Einsicht. 
Kernpunkte:
  • Euklidische Geometrie, wie sie in den ELEMENTEN systematisch angelegt wurde, hat eine klare Regel: nur endliche   Konstruktionen gelten als zulässig. Damit lässt sich ein sehr mächtiges, in sich geschlossenes Gebäude errichten. Dieses ist aber bewusst abgeschnitten von der Vorstellung eines rein geometrischen Berechnens  und von konstruierten unendlichen Prozessen ohne Zahlen..
  • Die cohaerentische Geometrie, wie oben beschrieben, verschiebt den Blick: Nicht mehr das exakte Endresultat in endlich vielen Schritten ist das Ziel konstruierter Berechnungen, sondern der anschaulich nachvollziehbare Weg, das Netz von Zusammenhängen, das sich im Zeichnen, Wiederholen und im Grenzverhalten der Figuren offenbart.
Die radikale Konsequenz daraus ist:
  • Während die euklidische Tradition im „Scheitern“ endlicher Lösungskonstruktionen zu den leicht verständliche drei Aufgaben der Antike eine Grenze sieht, deutet die cohaerentische Geometrie dieselben Sachverhalte als Einsicht in eine unendliche, aber Schritt um Schritt nachvollziehbare Entfaltung geometrischer Ordnung.
  • Cohaerentische Geometrie erkennt die Endlichkeitsbeschränkung als eine mögliche Konvention, aber nicht als der Weisheit letzter Schluss.
  • Cohaerentische Geometrie integriert die unendlichen Prozesse als legitimen Teil der geometrischen Realität und gewinnt dadurch bessere Einsichten, als mit der   klassische gelehrten  „Unmöglichkeit“.
Die cohaerentische Sicht öffnet ein anderes Paradigma:
Euklidische Geometrie:               Exaktheit = Endlichkeit.
Cohaerentische Geometrie:   Exaktheit = Nachvollziehbare, anschauliche Struktur, die wegen der Raumeigenschaft Kontinuität bis zum Grenzfall fortgedacht werden kann.
Es gibt hier keinen Widerspruch. Die cohaerentische Geometrie steckt den Rahmen weiter. Sie akzeptiert  die euklidische Sicht als „Sonderfall mit Endlichkeitsdogma“ als bewußt eingeschränkte Betrachtungsmöglichkeit.
 
Die cohaerentische Geometrie ist ein neuer Zugang zu elementarer Geometrie
Ihr Fundament ist nicht das Zahlensystem, sondern die unmittelbare geometrische Kohärenz, das anschaulich erfahrbare, stetiges Zusammenwirken der  Grundkurven Kreis und Gerade. Dabei wird die beschränkende Tradition der euklidischen Geometrie auf endliche Schritte überwunden. Die Beschränkung auf Kreis- und Gerade-Objekte wird nicht verworfen, es wird bei diesen  beiden zentralen Kurvenobjekten verblieben. So werden neue Bedeutungen und neue Konstruktionen möglich. Es wird die Einbeziehung von DGS (Dynamischer Geoemtrie-Software) möglich, was z.B. das cohaerentische Konstruieren eines Parabelpunktes y=x^2 und seiner Parabelspurkurve im DSG-Zugmodus ermöglicht. Anstelle von abstrakten Definitionen wie „ Punkt ohne Ausdehnung“ und „breitenlose Linien“ untersucht die cohaerentische Geometrie nachvollziehbare, endliche Konstruktionsprozesse und deren Grenzfälle. Jeder Schritt dieser Grenzprozesse liefert ein exaktes Zwischenergebnis, das im Grenzfall die exakte Lösung darstellt. Diese Grenzprozesse erzeugen mit Autokonvergenzkaskaden keine bloße Näherung. Im Mittelpunkt steht nicht das Abzählen diskreter Punkte, sondern das Erkennen und Konstruieren von Formen aus kontinuierlichen, kohärenten Symmetrie- und Erhalt- Zusammenhängen. Punkt und Linie werden auf Grundlage real erfahrbarer geometrischer Phänomene präzisierend neu definiert. So wird das klassische Paradoxon euklidischer Geometrie vermieden, dass das „Nichts eines Punktes“ eine Linie ausfüllen soll.
 
Nähe zur Realität 
Die cohaerentischen Konstruktionen sind näher und stärker an der realen Welt dran, als die der euklidische Geometrie. Viele Formen und Prozesse der realen Welt sind tatsächlich kontinuierlich und nicht diskontinuierlich und nicht endlich abgeschlossen. In der Natur und Technik begegnen uns oft Kurven und Formen, die durch Grenzprozesse modelliert und beschrieben werden können. Viele cohaerentische Konstruktionspläne  umfassen daher endlos viele Anweisungen, was mit Wiederholsequenzen erreicht werden kann. Viele diese cohaerentischen endlosen Grenzprozesse streben als Autokohärenzkaskade mit sichtbar nachverfolgbaren, sich wiederholenden  Kreis- und Gerade-Objektsequenzen gesetzmäßig, ohne probierende Schritte, einem sinnvollen exakten Grenzpunkt zu. 
 
Zusammenfassung zum Grundunterschied: 
Im Allgemeinen lassen sich die cohaerentischen Konstruktionen durchaus als Weiterdenken der euklidischen Geometrie verstehen. Sie verlassen zwar bei der Begrenzung der Schritte das Regelwerk der klassischen euklidischen Geometrie, bleiben aber dem Geist des Konstruierens und Sichtbarmachens treu. 
Didaktischer Aspekt: 
Cohaerentische Geometrie ist ein möglicher Weg, um Geometrie tiefer, lebendiger und prozesshafter zu lehren und zu verstehen.  Cohaerentische Geometrie ist ein Weiterdenken statt eines Widerspruchdenkens. Sie ist kein Bruch, sondern eine Erweiterung: Sie respektiert das Prinzip der Konstruktion mit den Grundkurven Kreis und Gerade, ergänzt es aber durch sichtbare Einbeziehung auch nicht endlich konstruierbarer Probleme. Sie eröffnet einen Weg, um Unmögliches (im klassischen Sinn) auf neue Weise begreifbar zu machen. Sie überschreitet das formale Regelwerk Euklids, aber nicht seine konstruktive Denkweise. Die Ansätze zu einer cohaerentischen Geometrie werden im Buch von S. Schleicher, „Cohaerentic“ (ISBN 97839820252-1-6) sowie auf dieser web-Seite www.cohaerentic.com in den Modulen 
  • Warum konstruiert berechnen? 
  • Grundrechenarten 
  • Höhere Rechenarten 
  • Konstruierte Urberechnungen 
dargelegt.
 
 Gegenüberstellungen der beiden Sichtweisen bei Punkt und Linie 
  • Euklidischer Punkt 
    Euklid schreibt: „Ein Punkt ist, was keine Teile hat. Die Enden einer Linie sind Punkte.“ (Elemente, Definition 1) Der Punkt ohne Ausdehnung ist ein reines Orts- oder Positionssymbol, kein physisches Etwas. Er hat keine Länge, keine Fläche, kein Volumen.
     
    • Euklidische Linie 
    Euklid schreibt: „Eine Linie breitenloser Länge.“ Spätere Mathematiker (v. a. im 19./20. Jahrhundert) lehren: Eine Linie ist eine unendliche Menge von Punkten. 
    Problem: Eine Summe von Nichts ergibt immer noch Nichts. Wie kann eine Kontinuität (z. B. ein Liniensegment mit Länge 1) aus einer diskreten, ausdehnungslosen Menge bestehen? 
    Hier entsteht ein philosophisch wie mathematisch berechtigter Widerspruch.
     
    • Cohaerentische Linie 
    Im Erfahrungsraum kann eine Linie als Grenze zwischen zwei raumausfüllenden Medien wahrgenommen werden (z. B. rot–grün, grün–weiß oder rot–weiß).
     
    Die Grenzlinie dehnt sich quer zur Übergangsrichtung aus und wird in der Abstraktion zur Linie ohne Breite.
    Die cohaerentische Linie ist damit sowohl ein real erfahrbares Kohärenzobjekt als auch ein Darstellungsmittel für geometrische Objekte, insbesondere für translatorische und rotatorische Transformationen oder funktionale Zusammenhänge durch Linienkurven. Die einfachste cohaerentische Linienkurve ist die Kreiskurve. Ihre wahrgenommene Größe hängt zunächst vom Betrachtungsabstand ab, doch die Kreisgestalt bleibt unverändert. Dieses konstante Verhältnis von Umfang zu Durchmesser (π) kann als geometrische Figur konstruiert werden.
     
    Die cohaerentische Gerade entsteht als Grenzfall: ein unendlich großer Kreis mit unendlicher Kreislinie. Ein Blick auf ein lokales Stück der Kreiskurve mit unendlichem Radius lässt sie als Gerade erscheinen. Sie ist gleichzeitig Gerade und Kreiskurve, also das exakte Ergebnis eines gedacht konstruierten Grenzprozesses (Teilbild d)).
     
    • Cohaerentischer Punkt 
    Der cohaerentische Punkt kann als Ergebnis verschiedener Grenzprozesse erscheinen:
    • als Schnittpunkt cohaerentischer Linien, ohne eigene materielle Existenz
    • mit unendlich kleiner Ausdehnung, als unendlich kleiner Kreis mit unendlich kurzer Kreislinie
    • als Spurerzeuger einer kontinuierlichen Bewegung eines Schnittpunkts in unendlich kleinen Schritten.
    Die cohaerentische Geometrie lotet bewußt die Grenze, das Spannungsfeld  zwischen konstruierten endlichen und unendlichen Berechnungszusammenhängen aus. Anders als bei euklidischer Geometrie wird bewußt nach sichtbaren nachvollziebaren Grenzprozessen gesucht, die ganz ohne Rechengößen "Zahlen" auskommen.  
      In der cohaerentische Geometrie gibt es nicht das klassische, oft übersehene Paradoxon der euklidischen Geometrie (und der klassischen Mengenlehre), wo der Punkt ohne Ausdehnung als punktuelles „Nichts“ kontinuierlich  die Linie längs ausfüllt. Die euklidische und cohaerentische Geometrie unterscheiden sich bei den  Eigenschaften (Axiomen) der zwei  Grundobjekte / Grundzusammenhänge Punkt und Linie.  Daduch  werden   euklidische und cohaerentische Konstruktionen in ihrer  Struktur  grundlegend anders geprägt.
        

       Unerschiede „Euklidische  zu Cohaerentische Geometrie“ — mit konkreten   Beispielen zu fünf Uraufgaben  

      Aspekt
      Euklidische Geometrie
      Cohaerentische Geometrie
           
       Begriff
      Historisch gewachsene Konstruktionstradition auf Basis von Euklids Axiomen
      und der Zusatzkonvention „Zirkel & Lineal, endliche Schritte“.
       
      Neu eingeführter Begriff zur Abgrenzung
      – Schwerpunkt sind
      nachvollziehbare geometrische Zusammenhänge und
      konstruierte formalisierte Grenzprozesse.
           
          Konstruktions-
      prinzipien
      Axiome von Euklid + historische Zusatzregel: Nur endliche Zirkel- & Lineal-
      Konstruktionen erlaubt. Ergebnis muss nach endlich vielen Schritten vollständig vorliegen.
      Präzisierte, realitätsnähere Axiome zu Punkten, Linien und Figuren. Zulässig sind endliche Konstruktionen
      und gesetzmäßige Grenzprozesse mit Kreis- und Gerade-Objekten, die konvergent sind und
      potenziell unendlich viele Schritte umfassen.
           
           
      Linie
      Linien sind Punktmengen. Flächen sind Linienscharen.
      Die Linie entsteht durch
      Aneinanderreihung von
      Punkten.
      Eine Linie ist als ein Kohärenzobjekt definiert. Eine Linie wird als Grenze zwischen zwei raumausfüllenden
      Medien wahrgenommen. Als Grenzlinie dehnt sie sich
      quer zum Medienübergang aus. Sie wird zum Raumobjekt Linie ohne Breite abstrahiert.
      Die Linie ist keine Aneinanderreihung von Punkten.
               
       Punkt
      Ein Punkt ist, was keine Teile hat. Die Enden einer Linie sind Punkte. Diese sind Grundbausteine/Grundobjekte ohne Ausdehnung und füllen
      die Linie in Ausdehnungsrichtng.
                
      Cohaerentische Punkte sind Schnittpunkte von breitenlosen Linien. Sie haben keine eigene materielle Existenz und auch keine räumliche Ausdehnung.
      Sie sind keine Bausteine, die in der Summe keine
      Strecke, keinen Kreisbogen, keine Fläche ausfüllen.
       
       
       Prinzip 
      des
      Konstruierens
      Aufbau erfolgt punktmengen-theoretisch und additiv mit endlich viel Objekten: Punkt → Linie → Fläche→ Raum.
       
      Kein punktmengentheoretischer Aufbau mit endlich vielen Objekten.   Zugelassen sind endlich  und
      endlos viele Kreis- und Gerade-Objekte
       Füllung und
      abzählbare Struktur
      Geometrie wird über Mengen und Additionen konstruiert, was mit, der Punkt
      als Füllbaustein, die Idee der endlichen Schrittfolge bedingt.
      Geometrie wird nicht über Mengen und Additionen konstruiert. Der Punkt als kein Füllbaustein nimmt
      der Idee der endlichen Schrittfolge ihren
      ontologischen Zwang. Die Forderung nach Abgeschlossenheit wird nicht nur gelockert,
      sondern grundsätzlich neu gedacht.
         
      Konsruktionen
      mit
      Grenzprozessen
       
       
        Nicht erlaubt,
      da sie nur beschränkte, bloß probierend gewonnenen Näherungen realisieren.
       
      Erlaubt,
      sofern sie geometrisch konvergieren und
      der Grenzwert im Modell eindeutig definiert ist.
       Konstruierte endlose Grenzprozesse
      sind mehr als bloße Näherungsprozesse.
                 
      Beispiel 1:    
      Satz des Pythagoras
      Flächenzerlegung der Kathetenquadrate und Einbettung ins Hypotenusenquadrat.
      Kein durchgehender Zirkel-&-Lineal-Prozess; Beweisführung auch mit
      algebraischen Rechnungen. Aussage und Beweis getrennt.
       
      Direkte, anschauliche Konstruktion nur mit geometrischen Bewegungen (Rotation,
      Verschiebung, Spiegelung) zur Sichtbarmachung des Flächenerhalts. Symmetrie statt Maßstab
      Beweis der Flächengleichheit erfolgt unmittelbar
      in der Figur,
      nichtdurch separate Rechnung.
           
      Beispiel 2:
      Winkeldritteln
      Beweis (Wantzel 1837): Für beliebige Winkel unmöglich mit Zirkel & Lineal in
      endlichen Schritten. Unmöglichkeit gilt wegen der 
      der Körpertheorie: 2^(1/3)
      liegt nicht im Zirkel-Lineal-Körper.
      a)  Mit gegebener Parabel 𝑦 = 𝑥^2 : Mit endlich vielen Kreis- und Geraden.Objekten wird ein simultanes  Dreifach-Winkeldritteln von
      3 Winkeln realisiert, die ein Halbkreispunkt mit x- und y- Achse aufspannt.
      Damit gilt Wantzels "Unmöglichbeweis"  nur für Verfahren, die mit kubischen Gleichungssystemen arbeiten.
      b)    Mit konstruierter Folge von          Parabelpunkten 𝑦 = 𝑥^2 :
      Ausgehend von 3𝛼 wird eine Folge von Parabelpunkten konstruiert, die gesetzmäßig mit Autokonvergenzkaskade  den Drittelpunkt als Grenzpunkt zustreben.
      c)   Mit Zielgestalt: Konstruierte Autokonvergenzkaskade ( gezeichneter Grenzprozeß) erzeugt schrittweise, nur mit Kreis- und Gerade-Objekten, eine  Dreh-Annäherung an die  exakte Winkeldrittel-Richtung.   
             
      Beispiel 3:
      Rektifikation des
      Kreisumfangs (π)
      Keine durchgehende Zirkel-&-Lineal-Konstruktion bekannt. Das Archimedes- Verfahren liefert Zahlenwerte durch polygonale Approximation, aber keine
      reine geometrische Strecken-darstellung. Unmöglichkeit
      wird heute begründet mit
      Transzendenz von π.
       
      Archimedes’ Verfahren liefert Zahlenwerte durch polygonale Approximation,  aber keine reine geometrische Streckendarstellung. Ziel: Geometrische Darstellung des Kreisverhältnisses 𝜋
      als Rechteckfigur. Grundlage sind konvergente
      Grenzprozesse: z. B. kohärentisches Abrollen regulärer Vielecke (4-, 6-, 8-Eck …) oder schrittweises Gerade-biegen gleichlanger Kreisbögen. Diese Methoden sind effizienter und liefern mit weniger Aufwand   genauere Ergebnisse als die Archimedes- Polygonmethode.
       
      Beispiel 4:
      Volumendoppeln beim Würfel 
      Unmöglich in endlichen Schritten, da 2^(1/3)  nicht durch Zirkel & Lineal konstruierbar ist.
      Die Unmöglichkeit der Würfel-doppelung beruht allein auf Körpertheorie: 2^(1/3)
      liegt nicht im Zirkel-Lineal-Körper.
       
      Zahl als Grenzwert eines konstruktiven Prozesses – existiert als „Grenzidentität“ im Modell.
      Mit einem Grenzpzeß wird eine konvergente
      Punktefolge konstruiert, deren Fortsetzung als Kurve dem Grenzfall=Grenzwert  2^(1/3) zustrebt.
      Beispiel 5:
      Rotorische<-> translatorische Transfomation
      Nicht bekannt und nicht angestrebt als durchgehende Konstruktion mit endlich vielen Kreis- und Gerade-Objekten
       
      Wird betrachtet und realisiert.
       
      Philosophischer Status
      Reine Theorie: Exakte Lösungen nur innerhalb der durch Axiome und Konstruktionsprinzipien gesetzten Grenzen. Alles andere gilt als „nicht konstruierbar“.
                 
      Erweiterte Theorie: Erkennt Raumkontinuität
      als nutzbare Eigenschaft und verleiht
      den Grenzwerten konstruktiver Prozesse
      formalen Status.
      Zahlenauffassung
      In der euklidischen Sicht steht die Zahl als abstraktes, von der Darstellbarkeit   
      losgelöstes Objekt im Vordergrund.
       
      In der kohärentischen Sicht sind die geometrischen Relationen und Größen grundlegend, die Zahl
      ist lediglich ein „nachträglich“
      quantisiertes Abbild davon.
       
           

       Quantisiengs-

      problem

      Wird nicht thematisiert.
       
        Wird thematisiert 

      Winkeldritteln, Kreisquadratur und Würfelvolumendoppelung sind hier schon wegen des prinzipiellen Quantisierungsfehlers generell in endlich vielen Schritten nicht möglich.

        

       Realitätsbezug 

      Modelliert einen idealisierten, vollständig kontrollierten, aber begrenzten
      Ausschnitt der Geometrie.
       
       Bindet die Gesetze des Kontinuums und
      die Grenzen der Darstellung
      in kohärente Modelle ein.
             
       
       
       
       
      Beispiele für  cohaerentisch konstruierte  Urberechnungen sind  Winkeldrittelungenn, die  mit  konstruierten unendlichen Grenzprozessen realisiert werden.  
      a) Einmal, beim endlichen Winkeldritteln mit Parabel y=x^2 versteckt sich der prinzipiell erforderliche Grenzprozeß in der gegebenen,  mit unendlich vielen Schritten konstruierten "Parabelkurve".  
      b) In einem anderen Fall wird mit  einem real sichtbaren autokonvergentem Grenzprozeß  eine Neusis-Drehung realisiert, welche eine Geraden in die Richtung des Drittelwinkels  dreht.
      c) Ein noch anderes, wesentliches Beispiel ist das Schritt um Schritt Geradestrecken des  Bogens vom  Kreisumfang, der seine Länge von Streckungsschritt zu Streckungsschritt beibehält, um im Grenzfall seine lineale gestreckte Länge bestmöglich zu erreichen. Realisiert wird das Srecken mit einer durchgehend konstruierten Sequenz von Kreis- und Gerade-Objekten, ganz ohne Zuhilfenahme von Zahlen. Dabei wird von der zunächst   endlich angelegten euklidischen  zur cohaerentischen  unendlichen Konstruktion übergegang und damit zum  konstruierten Grenzprozeß.

      Zwei  Denkmodelle
      Klassisch-mengenlogisches Modell (z. B. Cantor, Dedekind, Hilbert): Die Kontinuität wird durch die Dichte und Vollständigkeit der reellen Zahlen erzielt. Die Linie wird definiert als Menge von reellen Zahlen (Koordinaten) und bleibt so eine symbolische Fiktion. In der Abstraktion erzeugt der ausdehnungslose   Punkt   durch  „Aneinanderreihen“   eine Länge. Dieses Bild ist kontraintuitiv und paradox.
      Die Kritik hierzu richtet sich gegen die Vermischung des diskreten Punkts  mit der kontinuierlichen Linie. Diese Denkmodell beruht auf abstrakter symbolischer Definition, nicht auf Erfahrung oder Konstruktion. 
       
      Cohaerentisches Modell: Der Punkt ist kein abstrakter Ort, sondern eine Schnittstelle zweier sichtbarer, sich schneidender   Linien. Er ist ein real gezeichneter Kreuzungspunkt. Linien entstehen nicht als Punktmengen, sondern durch  Querbewegungen eines Grenzübergangs zwischen  zwei  wahrnehmbarer Medien. Die Linie ist Spur eines bewegten diskreten Kurvenpunktes. Der Punkt ist nicht ein atomarer Baustein, sondern Teil einer  Abgrenzungsbeziehung.

      Das cohaerentische Modell mit etwas weniger abstrakter  Interpretation zu  Linie und Punkt führt zu einem Paradigmenwechsel im Sinne des  Übergangs von einer alten Betrachtungsweise, bei der nur endlich vielen Schritten bzw. konstruierten Grundobjekten, zu wahren exakten Ergebnissen führen.  Nun wird    neu mit unendlich viel zugelassenen Schritten gearbeitet, was zuvor undenkbar oder sogar abgelehnt wird. 

      Ein wesentliche Unterschied zwischen den beiden betrachteten Denkmodellen  ist:
      Neben den bisher  euklidischen Konstruktionen aus nur endlich vielen Kreis- und Gerade-Objekten,  werden nun auch   cohaerentische endlose Konstruktionen aus  Kreis- und Gerade-Objekten  bewußt  zugelassen. Für die konsruierten Grenprozesse wird  dabei gefordert, die Punktefolge der Zwischenergebnisse muß mit endlich viel konstruierten Objekten eine erfahrbare gesetzmäßige Kohärenz aufweisen, d.h. ohne Probieren, möglichst autokonvergent erzeugt werden. Dann strebt auch die konstruierten  Punktefolge der Zwischenergebnisse  im Grenzfall dem exakten Grenzpunkt tatsächlich zu. Die Zwischenergebnis-Punkte markieren hierbei eine noch nicht vollständig zusammengesetztes Zielobjektgröße (Ergebnisgröße). 
       
       

      Einbeziehung von Kurven, die über Kreis und Gerade hinausgehen:

      Beim Prozeß der cohaerentischen Winkeldrittel-Konstruktion wird bewußt mit kontinuierlichen, quasi endlosen Zusammenhängen der Parabel y=x^2 gearbeitet.  Die euklidische Geometrie ignoriert die Parabelkurve als "kontinuierliches geometrisches Objekt". Sie erklärt die quadratische Parabel zum  mechanischem Werkzeug. Vielleicht weil eine Parabel mit einer  Parabel-Schablone gezeichnet werden kann, Es wird dabei   von einer Werkzeugerweiterung über  Zirkel und strichloses Lineal hinaus gesprochen. In der cohaerentischen Geometrie muss die Parabelkurve nicht mit einer Schablone gezeichnet werden. Hier kann jeder Parabelpunkt y=x^2 vom Prinzip her mit einer endlichen Sequenz von Kreis- und Gerade-Objekten konstruiert werden, Die Parabelkurve läßt sich daher als Spurkurve der konstruieren Parabelpunkte zeichnen, indem die unabhängige Variable x  im DSG-Zugmodus bewegt wird.

      Denkblockade
      Die große Vorbildwirkung, welche vom Grundlagenwerk    Elemente des Euklid (ca. 330 v.u.Z) ausgeht, führte  zu einer Art Denkblockade für endlose Zusammenhänge und damit für endlos konstruierte Grenzprozesse. In den Elementen  wird sich auf Konstruktionen beschränkt, die eine vollständige  Ergebnisdarstellung  nach endlich vielen Schritten bzw. einer endlichen Sequenz  gezeichneter Kreis- und Gerade-Objekte liefern. Alles Andere wird als nicht vollkommen, als unvollständig,  als nur eine bloße Näherung betrachtet. Die cohaerentischen Konstruktionen  überwinden diese beschränkende Denkblockade. Es werden nun auch bewußt endlose Grenzprozeß-Konstruktionen betrachtet, mit denen  die erfahrbare Realität umfassender abgebildet werden kann. Ansätze, das Problem mit den endlosen Zusammenhänge irgendwie praktisch zu bewältigen, gibt es aber schon seit der Antike. Bekanntestes  Beispiel dafür ist die von Archimedes (287- 212 v.u.Z.) geführte Ermittlung zum
      Kreisverhältnis π = Kreisumfamglänge/Kreisdurchmesser,
      was die  Längenermittlung  der gerade gebogenen Kreisumfangslinie erfordert. Die Ermittlung des Archimedes ist aber keine cohaerentische Konstruktion  und auch keine durchgehend reine euklidische Konstruktion. Sie geht zwar von gesetzmäßigen geometrischen Zusammehängen aus, umfasst aber auch numerische Berechnungen. Sie  liefert als Ergebnis eine Zahl und keine geomerische Ergebnnisgröße Strecke.    Im Unterschied dazu wird bei der cohaerentischen Ermittlung des Kreisverhältnisses eine durchgehend konstruierte Sequenz von Kreis- und Gerade-Objekten erzeugt.   Der cohaerentische Konstruktionsplan umfasst auch Wiederholkzyklen mit gleicher Schrittfolge bzw. gleicher Zyklussequenz der Grundobjekte. Dadurch ist er bis ins Unendliche bzw.  Endlose bekannt und beschreibbar.  Dabei werden die  konstruierten Zwischenergebnisse   nicht durch Probieren gewonnen. Sie  streben als gesetzmäßig kohärente und konvergente Punktfolge einem exakten Grenzwert/Grenzpunkt zu. Dieser ist eine   sichtbar nachvollziehbare  geometrische Größenerzeugung. In gedanklicher Abstraktion wird nach unendlich vielen Schritten im Grenzfall der  Grenzpunkt erreicht, welcher die konstuierte gerade  gestreckte Kreisbogenlänge markiert.
       
       
      Einbeziehung von klassisch konstruierten Grenzprozessen
      Die cohaerentische Geometrie gelangt gegenüber der  euklidischen Geometrie zu erweiterten Einsichten zu Urzusammenhängen eines geometrischen Berechnens ohne Zahlen, sogar bis hin  zu geometrisch nachvollziebaren  Konstruktionen zu Potenz- und Logarithmen-Zusammenhängen. Der Kreis als ganzheitliches, symmetriegeprägtes  Köhärenzsystem, sowie  klassisch konstruierte  geometrische Grenzprozesse spielen dabei eine wesentliche Rolle. 
       
      Nähe zur Realität
      Die cohaerentischen Konstruktionen sind näher und stärker an der realen Welt dran, als die der euklidische Geometrie.   Viele Formen und Prozesse der realen Welt sind tatsächlich kontinuierlich und nicht diskontinuierlich und endlich abgeschlossen. In der Natur und Technik begegnen uns oft Kurven und Formen, die durch Grenzprozesse  mit gesetzmäßigen   Wiederholsequenzen erzeugt werden können.   Die   cohaerentischen Konstruktionspläne dazu umfassen  daher endlos viele Anweisungen, was mit  Wiederholsequenzen erreicht werden kann.  Viele diese endlosen Grenzprozesse streben mit sichtbaren Kreis- und Gerade-Objektsequenzen  gesetzmäßig, ohne probierende Schritte,  einem sinnvollen exakten Grenzpunkt zu.  
       
      Zusammenfassung zum Grundunterschied : 
      Im Allgemeinen:
      Die cohaerentischen Konstruktionen lassen sich durchaus als Weiterdenken der euklidischen Geometrie auf eine besondere, erweiterte Weise verstehen. Sie verlassen zwar  das  Regelwerk der klassischen euklidischen Geometrie , bleiben aber dem Geist des Konstruierens und Sichtbarmachens treu. 
      Didaktischer Aspekt:
      Cohaerentische Geometrie ist ein möglicher Weg, um Geometrie tiefer, lebendiger und prozesshafter zu lehren und zu verstehen
      Cohaerentische Geometrie ist ein Weiterdenken statt eines Widerspruchdenkens, kein Bruch, sondern eine Erweiterung: Sie respektiert das Prinzip der Konstruktion mit den Grundkurven Kreis und Gerade, ergänzt es aber durch sichtbare Einbeziehung auch nicht endlich konstruierbarer Probleme. Sie eröffnet einen Weg, um Unmögliches (im klassischen Sinn) auf neue Weise begreifbar zu machen. Sie überschreitet das formale Regelwerk Euklids – aber nicht seine konstruktive Denkweise.
        Ansätze zu einer cohaerentischen Geometrie, die über euklidische Geometrie hinaus geht, werden im Buch Cohaerentic (ISBN 97839820252-1-6) sowie auf dieser web-Seite www.cohaerentic.com in den Modulen
        • Warum konstruiert berechnen?
        • Grundrechenarten
        • Höhere Rechenarten
        • Konstruierte Urberechnungen

         dargelegt.

          
        Unterschiede zeigen sich auch bei Bildern
        Die   etwas weniger abstrakte  Betrachtungs- und Sichtweise  der cohaerentischen Geometrie führt, wie oben schon beschrieben,  zu etwas anderen Einsichten, was  auch in   Bildern  und Videos sichtbar wird, wie nachfolgend gezeigt.
         
        Bekanntes Kegelschnittmodell vs. Kohärenzmodelle der cohaerentischen  Geometrie 
        Das folgende Bild  zeigt schon seit dem Altertum bekanntes Wissen zu den Kegelschnittkurven.
         
         
         
        Es gibt kaum  klassische  Konstruktionen, die aufzeigen, wie voneinander abhängigen Punkte auf zwei Kegelschnittkurven, z.B.  Kreis und quadratische Parabel oder    Keis und Hyperbel,  zusammenhängen? Wie sehen die   nachvollziehbaren Verbindungssequenzen als Sequenz von  Kreis- und Gerade-Objekten aus? Dies zeigen die  folgenden Konstruktionsbilder  und  Videos.   Die besagten,  bislang nicht betrachtete geometrisch   zusammenhängende  Abhängigkeiten werden besonders gut  durch  Videos mit im Zugmodus bewegten Konstruktionen   nachvollziehbar.   
         
         
         
        Das bekannte obige Kegelschnitt-Kohärenz-Modell  unterscheidet sich von den ebenen klassisch konstruierten  Kohärenz-Modellen der cohaerentischen  Geometrie.  Die  Kurven Kreis, Parabel und Hyperbel  hängen hier über elementare Rechenoperationen zusammen. Die Rechengrößen sind dabei von   natürlicher geometrischer Art.  Damit werden die  gegenseitigen Abhängigkeiten  zwischen den   elementaren Kurven  Gerade, Kreis, Parabel und Hyperbel   anschaulich  nachvollziehbar. 
             Urkohärenzkurve 2 page 1
        Die zwei folgenden Videos mit Bewegungen im Zugmodus vervollständigen die  Betrachtungsweise der  cohaerentischen  Geometrie.  Nachvollziehbare  sichtbare geometrische Grundzusammenhänge stehen hier im Vordergrund.  
         
         
        Cohaerentische Konstruktionen zur Ermittlung der gestreckten Kreisunfanglänge 
        Das folgende Bild zeigt das schrittweise  Aufbiegen eines Kreisbogens mit einer  Konstruktion, die  sich zu der bekannten Berechnung der Länge des Kreisumfangs durch Archimedes (287 bis 212 v.u.Z.) unterscheidet.. Anders als bei Archimedes wird hier  eine duchgehende Sequenz aufeinander folgender Kreis- und Gerade-Objekten konstruiert, welche damit ein  sichtbar nachvollziehbares Verstehen zur gerade gestreckten Kreisbogenlänge ermöglicht.
         
        Rektifikation 02
         
         
        Das schrittweise konstruierte Aufbiegen erfolgt durch   durch  wiederholtes,   quasi simultanes  Doppeln des Kreisradius und Halbieren  des Restwinkels = ∠ ( S(1kxX), S(2gx4g), S(Yx3k)) bis zur Y-Achse. Der so konstruierte   neue Kreisbogen hat gegenüber dem voran gegangenen, die gleiche Länge,  aber nur noch die halbe Krümmung.  Nach dem  nächsten Zyklus gibt es wieder die gleiche Bogenlänge aber nur noch ein  Viertel der Krümmung usw.     Dieser Prozeß der schrittweisen Streckung  ist als Wiederholzyklus endlos fortsetzbar.  
         
         
         
        Die drei klassichen Berechnungsprobleme   der Antike  
        Die drei klassichen Berechnungsprobleme  der Antike  sind 

        das Winkeldritteln 

        das konstruierte Berechnen der gestreckten Kreisbogenlänge für die Kreisquadratur mit  Überführung der                   Kreisfläche in ein flächengleiches Quadrat  

        das Berechnen  der Würfelseitenlänge  für ein doppeltes   Würfelvolumen

         
         
         
        Obwohl heute die  meisten Menschen konkrete Vorstellungen dazu haben, was mit dem  Begriff "Berechnen" gemeint ist,  gibt es   im Internet-Lexikon Wikipedia  zum  Begriff "Berechnen"   keinen  direkt aufklärenden Eintrag.   Unbewußt wird beim Berechnen immer zuerst an Rechengrößen gedacht, die mit  Zahlen modelliert werden. 

        Gelehrter Erkenntnisstand  zu den klassichen drei Berechnugsaufgaben der Antike 

        Das heutige Wissen der Mathematik / Geometrie  zu den antiken griechischen Konstruktionproblemen wird in der

        "Leseprobe zum Kurs 01320 Algebra und ihre Anwendungen der Fakultät für Mathematik und Informatik der Fernuniversität Hagen (FernUni / Fakultät MI / Angewandte Mathematik / Studium und Lehre / Lehrveranstaltungen / Kurs 01320 Algebra und ihre An...)"
         von den Hochschullehrerinnen Silke Hartlieb und Luise Unger  
         
        wie folgt zusammenfassend beschrieben.  
         
        Im Kapitel 1 „Die klasssischen griechischen Konstruktionsprobleme“ ist  zu lesen:
        „Wir werden in dieser Kurseinheit zeigen, dass die klassischen griechischen Konstruktionsprobleme nicht lösbar sind. Mit anderen Worten, es gibt keine wie auch immer gestaltete Konstruktion mit Zirkel und Lineal, die einen Kreis quadriert, einen Würfel dem Volumen nach verdoppelt oder einen 60 -Winkel in drei gleiche Teile teilt. Solche Unmöglichkeitsbeweise sind für mathematische Laien nur schwer nachvollziehbar, und daher gibt es überraschend viele Leute, die einen Satzanfang der Form „Es ist nicht möglich,. . . “ als „Bis jetzt haben wir es noch nicht hingekriegt,. . . “ übersetzen. Es gibt also auch heute noch etliche Personen, die ihre vermeintlich geglückten Konstruktionen an mathematische Fachbereiche schicken, und dann sehr enttäuscht sind (oder sehr böse werden), wenn man ihnen mitteilt, dass man nicht gewillt sei, dies genauer anzusehen, da die Konstruktion sowieso falsch sein müsse."
         
        Diese  Betrachtungsweise bleibt letztlich bei der Erwartung der Antike, "Alles ist Zahl", "Alles hat seine Zahl". Diese Erwartung führt zu etwas Verwirrung und zu Vertändnisproblemen. Für die Winkeldrittelgröße wird  daher auch ihre  zugehörige   Zahl als vollständige Größenabbild-Darstellung erwartet. Dies ist aber, wie schon dargegt wurde,  wegen des   Quantisierungsproblems mit prinzipiellem Quantisierungsfehler  nicht möglich. Fragwürdig ist hierbei auch, daß heute  die analoge geometrische Größe   Kreisverhältnis = Kreisumfang/ Kreisdurchmesser mit   Kreiszahl benannt wird.  Eine Zahl wird hierbei gleich einer analoge Größe  gesetzt. Dies ist eine  grobe Vereinfachung und kann nicht streng mathematisch logisch,  sondern nur im historischen Kontext nachvollzogen werden.
        Abweichend zur euklidischen Geometrie rückt in der cohaerentische Geometrie das Problem der konstruierten Quantisierung als endloser Prozeß in den Betrachtungsfocus. Erst eine  konstruierte endlos fortsetzbare Quantisierung eines  analogen geometrischen Kreisverhältnisses π führt  zur abstrakten Zahldarstellung Kreiszahl   πZahl,∞ .  Mit  noch nicht unendlich hohem  Quantisierungsaufwand  wird nach N Schritten nur zu einem unvollständigen digitalem Größenabbild Kreiszahl πZahl,N gelangt. Diese weist ,  noch nicht die    endlos viel möglichen wahren Nachkommastellen auf.
         
         
         
         

         

         
         
        • Benutzer 50
        • Beiträge 113
        • Beitragsaufrufe 558283

        Aktuell sind 13 Gäste und keine Mitglieder online